Die Verfahrensbeistände im ANTS

Statistisches
Im Bereich des Amtsgerichtes Augsburg sind ca. 23 Verfahrensbeistände tätig. Sie
kommen zumeist aus den Professionen der Juristen und Rechtsanwälte, der Pädagogen
und der Psychologen. Die Verfahrensbeistände arbeiten regelmäßig im ANTS mit.

Was ist ein Verfahrensbeistand

Der Verfahrensbeistand wird umgangssprachlich auch als „Anwalt des Kindes“ bezeichnet.
Er wird in Sorge- und Umgangsrechtsverfahren oder anderen Verfahren des
Kindschaftsrechts vom zuständigen Gericht bestellt. Seine Aufgabe ist die Feststellung
und die Geltendmachung der Interessen des Kindes im Verfahren und die altersgerechte
Begleitung des Kindes durch das Verfahren. Das heißt, der Verfahrensbeistand stellt die
eigene Meinung des Kindes zu der gerichtlichen Thematik fest und beachtet dabei auch
die objektiven Bedürfnisse des Kindes. Dazu spricht der Verfahrensbeistand mit dem Kind
und oft auch mit den Eltern und anderen Bezugspersonen des Kindes. Dies ist abhängig
von der Vorgabe des Gerichts. Seine Bestellung endet mit dem rechtskräftigen Abschluss
des Verfahrens.

Der Verfahrensbeistand handelt unabhängig von den anderen am Verfahren Beteiligten. Er
ist ein formeller Verfahrensbeteiligter und kann selbst Rechtsmittel gegen die Beschlüsse
des Familiengerichts einlegen.

Verbesserung Verfahren

Die Trennung oder Scheidung der Eltern kann für Kinder jeden Alters als kritisches
Lebensereignis betrachtet werden. Verschärft wird die Situation noch durch die
Austragung der Sorge- und Umgangsproblematiken vor Gericht. Oft befinden sich die
Kinder dann in einem massiven Loyalitätskonflikt. In dieser Situation kann der
Verfahrensbeistand dem Kind die Möglichkeit geben, es aus dem Konflikt der Eltern
herauszunehmen und als neutrale Person den Eltern gegenüber die Interessen des
Kindes zu vertreten. Dadurch kann der Blick der Eltern auch wieder auf die Bedürfnisse
des Kindes ausgerichtet werden, was im Streit vor Gericht vielleicht verloren ging. Aufgabe
des Verfahrensbeistandes ist es deshalb auch immer, zwischen den Beteiligten zu
vermitteln und mit den Eltern zusammen an einer tragfähigen Lösung für die Zukunft zu
arbeiten, so dass ein einvernehmlicher Abschluss des familiengerichtlichen Verfahrens ,
erzielt werden kann. Gelingt dies, können die Kinder dies als positive Erfahrung für ihre
weitere Entwicklung nutzen.

Rechtliches
Die Regelungen zu Aufgaben, Rechten und Pflichten des Verfahrensbeistands finden sich
in den §§ 158, 167, 174, 191 FamFG.