Grundlagen

 Im ANTS engagieren circa fünfzehn MediatorInnen auf dem Gebiet des Familienrechts. Sie sind teils zugleich als RechtsanwältInnen zugelassen, teils in anderen nichtjuristischen Berufen tätig, wie zum Beispiel als Sozial- und Heilpädagoginnen oder Rechtspflegerin.

Mediation ist ein Vermittlungsverfahren, bei dem die Beteiligten mit Hilfe eines neutralen Dritten (MediatorIn) eine Lösung für ihren Konflikt entwickeln. Die Grundlagen der Mediation sind:

  • Vertraulichkeit à keine Verwendung der Informationen in einem evtl. gerichtlichen Verfahren; was in der Mediation besprochen wird, bleibt in dem geschützten Raum
  • Freiwilligkeit à das Mediationsverfahren kann jederzeit von jedem Beteiligten ohne Angabe von Gründen beendet werden
  • Eigenverantwortlichkeit à die Beteiligten sind Herrscher des Verfahrens und delegie­ren ihre Verantwortlichkeit nicht an einen Rechtsanwalt
  • Offenheit à Offenlegung aller relevanter Informationen und Unterlagen
  • Selbstbestimmung à die Medianten bestimmen die Themen, die in der Mediation be­sprochen werden sollen

Das Ziel der Mediation ist eine Abschlussvereinbarung.

Die Mediatoren unterstützen im Mediationsverfahren die Medianten durch professionelle Ge­sprächsführung darin, eigenverantwortlich eine Lösung zu finden. Auf diese Weise behalten die Konfliktpartner – zum Beispiel die Eltern – bei einem Streit in Bezug auf die Kinder, die Entscheidung in ihren Händen und geben sie nicht an das Gericht ab.

Denkbar ist, dass auch während des Laufs eines gerichtlichen Verfahrens auf Anregung des Gerichts ein Mediationsverfahren durchgeführt wird.

Zusätzlich bieten die MediatorInnen des ANTS für das Amtsgericht Augsburg kostenfreie Informationsgespräche über Mediation gem. §§ 135, 156 Abs. I Satz 3 FamFG an.

 

Vorteile

Mediation ist ein Beitrag zu einem individuelleren Verfahren zur Lösung von Familienstreitigkeiten.

Bei Familienstreitigkeiten geht häufig der Respekt zwischen den Beteiligten verloren und die Wertschätzung – was der Partner bislang für die Familie geleistet hat, sei es als Verdienender oder Betreuender der Kinder – kommt abhanden. Die Beteiligten können oft nicht mehr sachlich miteinander reden, verlieren auch das Wohl und die Bedürfnisse der Kinder aus Sicht des Gesamtsystems aus den Augen.

Insbesondere bei Trennungskonflikten, bei denen Kinder betroffen sind, bringt eine Mediation erhebliche Vorteile:

  • Eine Kommunikationsbasis auf Elternebene wird wieder hergestellt
  • Die Kinder werden aus dem Streit herausgehalten
  • Eine gemeinsame Linie in der weiteren Erziehung kann gefunden werden
  • Ein aufwändiges, langwieriges und teures Gerichtsverfahren wird vermieden

Steht eine Trennung an, wurde bisher aber noch nicht durchgeführt, so kann eine Mediation hilfreich sein, um die schwierige Zeit bis zur Trennung und danach vorzubereiten, nicht zu­letzt um die Kinder so weit als möglich aus den ehelichen Streitigkeiten herauszuhalten.

Viele Fragen treten erst nach oder bei einer Trennung auf, so dass Eltern auch erst den Weg zu einer Mediation finden. Hier handelt es sich häufig um Probleme bei der Gestaltung der Betreuung, aber auch um Materielles, wie etwa Fragen zum Unterhalt, zur Verteilung des gemeinsamen Hausrates sowie des Vermögens. Alle diese Fragen können in einer solchen Situation im Zusammenhang behandelt werden, zumal sie meist sämtlich miteinander in Verbindung stehen. Mediation erlaubt dabei auch zeitlich abgestufte Lösungen und vertragliche Regelungen, zum Beispiel zunächst vorläufig für eine begrenzte (Übergangs-) Zeit und erst anschließend längerfristig.

 

Rechtliches

MediatorInnen, die zugleich als RechtsanwältInnen zugelassen sind (Anwaltsmediatoren) können in der Mediation zugleich neutrale, rechtliche Informationen geben, die Konfliktpartner jedoch nicht parteilich beraten. Nichtanwaltliche MediatorInnen arbeiten in der Mediation, soweit erforderlich, mit einem Anwalt/einer Anwältin zusammen.

Nach den Leitlinien der Mediationsverbände wird empfohlen, dass jeder Beteiligte die in der Mediation gefundene Vereinbarung für sich noch einmal rechtlich überprüfen lässt.